Der Fahrradweg

Die Geschichte des Fahrradweges in Kurzversion – Chronik weiter unten

Es wäre fast schon zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre: Seit annähernd 30 Jahren hoffen die Menschen in Neubruchhausen auf einen Radweg entlang der Landesstraße L332 nach Bassum. Inzwischen ist es im Ort ein „running gag“ geworden, wenn der Radweg wieder mal in Aussicht gestellt wird. Denn das wurde er schon oft – geschehen ist jedoch bis heute nichts.

1993 hatten Neubruchhausenerinnen und Neubruchhausener erstmals in einem Offenen Brief an die Stadt den Bau des Radweges gefordert (Foto hier); Formulierungen in dem Schreiben lassen vermuten, dass es schon vorher Bestrebungen dazu gegeben hat. In den folgenden 20 Jahren war der Radweg immer wieder in Ausschüssen und Stadtratssitzungen ein Thema. Kaum eine Fraktion unterließ es, den Bau zu unterstützen. Oftmals gab es dahingehend sogar Einstimmigkeit. Immer wieder wurde der Bau versprochen – immer wieder hieß es kurze Zeit später: der Bau verzögert sich. So ging es Jahr um Jahr. Konkret passierte nichts. Phasenweise gab es auch Bürgermeister und Ratsfraktionen, die die Planung des Radweges nicht wirklich ernsthaft verfolgten.

Bewegung kam erst Ende 2013 in das Thema. Die Bassum Stadtverwaltung nahm tatsächlich die Planung auf. Sie veranstaltete eine Anliegerversammlung und ließ sich von den Grundstückseigentümern, auf deren Grund und Boden der Radweg verlaufen soll, sogenannte Bauerlaubniserklärungen unterzeichnen. Für die Grundstücke, die die Eigner abgaben, wurden sie entschädigt. Bis auf zwei Grundstückseigentümer unterschrieben alle Anlieger – und genau an der Blockade dieser Eigentümer scheitert der Bau bis heute. Sie fordern höhere Entschädigungen, als sie die Stadt anbietet.

Weil die Stadt Bassum einen Rechtsstreit und womöglich am Ende das Mittel der Enteignungen scheut, verschwand der Vorgang „Radweg an der L332“ in den Folgejahren nach 2014 wieder zwischen Aktendeckeln. Und das, obwohl vom Stadtrat beschlossen worden war, den Radweg zu bauen. Was von 2014 bis 2019 geschah – oder vielmehr nicht geschah – ist öffentlich nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass die Notwendigkeit dieses Radweges größer und größer wurde: Der Verkehr nahm immer stärker zu, etwa durch zahlreiche LKW, die Staus auf den Autobahnen von und nach Bremen über Landstraßen umfahren. Immer mehr Menschen wünschen sich zudem, Angelegenheiten im Oberzentrum Bassum ohne große Umwege auch per Fahrrad erledigen zu können. Oder sie wollen einfach auf direktem Weg mit dem Fahrrad zur Schule fahren oder als Pendler den Bahnhof erreichen.

Foto von der Fahrraddemo
Fahrraddemonstration am 2. November 2019. Die Forderung: Radweg an der L332 jetzt!

Ende 2019 sah es so aus, also sollte erneut Bewegung in die Sache kommen. Die Stadt hat den bislang blockierenden beiden Grundstückseigentümern ein neues verbessertes Angebot gemacht. Verwaltungsausschuss und Stadtrat müssen diesem Vorgehen noch zustimmen. Es bleibt zu hoffen, dass es spätestens Anfang 2020 zu einer endgültigen Einigung mit dem verbleibenden Grundstückeigentümern und dann zum baldigen Bau des Radweges kommt.

Die Vorsitzenden aller Vereine, der Ortsvorsteher und der Ortsbrandmeister Neubruchhausens hatten Anfang Oktober 2019 noch einmal in einem Offenen Brief der Forderung nach dem Radweg an der L332 Nachdruck verliehen. Mit einer beeindruckenden Fahrraddemonstration zeigten 160 Menschen aus Neubruchhausen und Bassum Anfang November 2019, dass dieser Radweg mehr als überfällig ist.

Übrigens: 2010 wurde von Kosten von 600.000 € für den Radweg ausgegangen, die sich die Stadt Bassum und das Land Niedersachsen teilen würden. Zehn Jahre später könnte der Radweg aufgrund der Kostensteigerungen im Straßen- und Wegebau mittlerweile das Doppelte kosten. Durch Untätigkeit oder zumindest schleppendes Vorantreiben eines Projektes, dem man sich in der heutigen Zeit wohl nicht mehr nachvollziehbar verschließen kann, wurden also Steuergelder in sechsstelliger Höhe „verpulvert“. Denn der Radweg wird eines Tages kommen.

Alle, die mehr wissen wollen, finden weitere Details in der folgenden Chronik.

Die Chronik der Ereignisse (neueste zuerst)

26. November 2019: Der Syker Kurier berichtet, dass Bassums Bürgermeister Christian Porsch und die Verwaltung gute Gespräche mit den beiden Grundstückseigentümern geführt hätten, deren Unterschrift für den Beginn der Radweg-Planung noch fehlt. Porsch wird zitiert: „Die Verhandlungen haben wir fair und sachlich geführt. Wir haben gut und vernünftig miteinander gesprochen.“ Der Rat der Stadt müsse am 10. Dezember 2019 im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung (19.30 Uhr, Gasthaus Zur Post Neubruchhausen) der ausgehandelten Lösung noch zustimmen. Dann könnte es Mitte 2020 mit der Planung losgehen. Bauamtsleiter Martin Kreienhop dazu: „Der Bau beginnt nicht vor 2021.“ Zum Artikel des Syker Kuriers.

8. November 2019: Bis vor Kurzem waren sich noch alle Fraktionen im Bassumer Stadtrat einig, dass der Radweg an der L332 nach Neubruchhausen gebaut werden soll. Nun schert die SPD-Fraktion aus und schlägt eine erheblich längere Alternativroute vor. Begründung: Zu hohe Entschädigungskosten für Grundstückseigentümer. Die Kreiszeitung berichtet.

2. November 2019: Mit einer beeindruckenden Fahrrad-Demo zwischen Neubruchhausen und Bassum verleihen die Dorfbewohner/innen – mit Unterstützung des Klima-Aktions-Bündnisses Bassum-Syke-Twistringen – ihrer Forderung nach dem Radweg Nachdruck. Mehr als 160 Radfahrer/innen aus allen Generationen nehmen teil. Bericht hier inkl. Video sowie Presseberichte von Kreiszeitung und Syker Kurier.

Oktober 2019: Zum Vergleich mal ein Blick über den Rand des Tellers: Wie der Syker Kurier in seiner Ausgabe vom 16. Oktober 2019 schreibt, plant die Gemeinde Asendorf den Bau von acht neuen Radwegen in die verschiedenen Ortsteile. Länge insgesamt: 23,4 km. Zum Vergleich: Beim Radweg zwischen Neubruchhausen und Bassum wäre eine Lücke von 4,6 km zu schließen.

9. Oktober 2019: Auch der Syker Kurier – die Regionalausgabe des Weser-Kurier – berichtet über den jahrelangen Stillstand in Sachen Fahrradweg Neubruchhausen – Bassum: Ein Stück Infrastruktur

8. Oktober 2019: Die Kreiszeitung berichtet über den Offenen Brief aus Neubruchhausen in ihrer Ausgabe:
Neubruchhauser fordern Umsetzung des Radwegs an der L 332

4. Oktober 2019: Die Vorsitzenden der Neubruchhauser Vereine, der Ortsvorsteher, der Ortsbrandmeister und weitere Bürgerinnen und Bürger fordern in einem Offenen Brief den Bassumer Bürgermeister und die Mitglieder des Bassumer Stadtrates auf, den Bau des Radweges endlich und zügig in die Realität umzusetzen.

18. April 2018: Veranstaltung „CDU vor Ort“ in Neubruchhausen. Es heißt: Das Planfeststellungsverfahren für den Radweg an der L 332 Osterbinde-Neubruchhausen soll nach den Sommerferien 2018 abgeschlossen werden, so dass evtl. im Frühjahr 2019 mit dem Bau begonnen werden kann.

15. Februar 2017: Der Bassumer Stadtrat stimmt dem Haushalt für 2017 inkl. Radwegebau zu. Alle Fraktionen stimmen dafür mit Ausnahme der FDP (Enthaltung) und den Linken.

14. Februar 2017: Haushaltsplan 2017: Radweg nach Neubruchhausen mit einer Million Euro eingestellt. Bürgermeister Porsch kündigt öffentliche Ausschreibung des Bauauftrags für 2017 an. Gebaut werde dann 2018. (Quelle: Syker Kurier vom 14. 2. 2017, online abrufbar)

19. September 2016: Neubruchhausens Ortsvorsteher Rolf Lahmeyer kandidiert nicht mehr und zieht sich nach 15 Jahren im Bassumer Stadtrat und13 Jahren als Ortsvorsteher aus der Politik zurück. Von manchem Thema ist er frustriert – wie etwa dem immer wieder durchgekauten Thema Radweg an der L332. Ein halbes Dutzend Mal habe man den Radweg angekündigt – geschehen sei nichts. (Quelle: Kreiszeitung vom 16. 6. 2016, online abrufbar)

Juli 2016: In Bassum-Osterbinde wird trotz des dort vorhandenen Fahrradweges eine Radfahrerin von einem PKW touchiert und niedergerissen. Der Radweg ist an dieser Stelle sehr nah an der Fahrbahn und stark zugewachsen.

12. Dezember 2016: Haushaltsentwurf der Stadt für 2016. Eingeplante Mittel für den Radweg laut Kreiszeitung: „Knapp eine Million“

9. Januar 2015: Die Stadt Bassum legt den Haushaltsentwurf für 2015 vor. Eingeplante Kosten für den Radweg an der L332: 950.000 Euro.

24. Juli 2014: Der Landwirt aus Osterbinde – einer der beiden, die die Abtretung von Land für den Radwegebau verweigern – hat eine Alternativroute für Radfahrer zwischen Bassum und Neubruchhausen entdeckt. Diese würde hinter dem Sportplatz Osterbinde „querfeldein“ Richtung Neubruchhausen führen und müsste hergerichtet werden; ein Teil der Wege sei bereits asphaltiert. Christian Porsch, Fraktionsvorsitzender des Bürgerblocks: „Ich glaube aber nicht, dass die Strecke genutzt würde.“ (Quelle: Kreiszeitung vom 24. Juli 2014, online abrufbar)

9. Juli 2014: Bassums Bürgermeister Wilhelm Bäker rechnet damit, dass der Radweg an der L332 beim Land weiter „ganz oben auf der Prioritätenliste“ bleibt. In Kürze wolle die Stadt ein rund einjähriges Planfeststellungsverfahren starten.

2. Juli 2014: Ein Landwirt aus Neubruchhausen sowie ein Landwirts-Ehepaar aus Osterbinde – die verkaufsunwilligen Grundstücksbesitzer an der L332 – schildern in der Kreiszeitung ihre Sicht der Dinge. Sie kritisieren das ihrer Meinung nach unsensible Verhalten der Stadt und die schnelle Androhung von Enteignungen. Man habe sich zudem bei einer Anliegerversammlung von „50 bis 60 Leuten“ unter Druck gesetzt gefühlt. Es gehe nicht ums Geld, sondern um adäquate Ersatzflächen. Und wenn Geld zur Entschädigung anggeboten würde, dann zu wenig. Der Osterbinder Landwirt fordert, das Geld statt in einen Radweg lieber in die Ertüchtigung der ländlichen Wege zu stecken (Quelle: Kreiszeitung vom 2. Juli 2014, online abrufbar)

27. Juni 2014: „Radweg an der L332 kommt frühestens 2016“ titelt die Kreiszeitung. Weil sich einige Grundstückseigentümer weiter weigern, etwas von ihrem Grund und Boden abzugeben, kann die Baummaßnahme nicht nach dem „vereinfachten Verfahren“ durchgeführt werden. Ein Planfeststellungsverfahren muss eingeleitet werden, dadurch verzögert sich der Bau. Dietmar Thomsik, stellvertretender Leiter der Straßenbauverwaltung in Nienburg, redet von frühestens 2016. Oder womöglich auch gar nicht, denn das Land Niedersachsen müsse den veranschlagten Betrag 2014 verbrauchen. Die Landes-Gelder, die für den Radweg an der L332 vorgesehen waren, fließen wohl an eine Gemeinde im Raum Hoya. Neubruchhausens Ortsvorsteher Rolf Lahmeyer ist schwer enttäuscht über die Grundstückseigentümer, die nicht zum Verkauf bereit sind und sich damit gegen die Interessen der Allgemeinheit stellen. Die Kosten für den Radweg werden jetzt auf 950.000 Euro beziffert. Auch der stellvertretende Leiter der Straßenbauverwaltung, Thomsik, redet davon, dass die Weigerung der Grundstückseigentümer „kurzsichtig“ sei. Bassums Bürgermeister Wilhelm Bäker bedauert die Verzögerung und fürchtet, dass die im städtischen Haushalt eingestellten Mittel für andere Projekte ausgegeben werden. (Quelle: Kreiszeitung vom 27. Juni 2014, online abrufbar)

19. März 2014: Der Bau des Radweges zwischen Neubruchhausen und Bassum verzögert sich. Grund: Nicht alle Anlieger an der L332 wollen ihre Flächen abgeben. „Einige sehen leider nicht die Notwendigkeit eines Radweges ein“, bedauert Ortsvorsteher Rolf Lahmeyer. Menschen aus Neubruchhausen, die Kinder haben, können das nicht verstehen. Bassums Bauamtsleiter Michael Junge glaubt nicht, dass die gesamte Baumaßnahme gefährdet ist. Die Stadt hat den Antrag an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Nienburg gestellt, ein Planfeststellungsverfahren einzuleiten. In diesem würden die verschiedenen Interessen abgewogen und die Interessen Einzelner dem Interesse der Allgemeinheit gegenübergestellt. Junge möchte nicht vorschnell urteilen, „aber ich bin mir sicher, dass der Radweg gebaut wird“. Am Ende eines solchen Verfahrens könne die Besitzeinweisung stehen. (Ein Besitzeinweisungsverfahren – im Volksmund „Enteignung“ – ist nach dem Baugesetzbuch angebracht, wenn die sofortige Ausführung der beabsichtigten Maßnahme aus Gründen des Wohls der Allgemeinheit dringend geboten ist). Bauamtsleiter Junge ist optimistisch, noch 2014 den Bauauftrag erteilen zu können (Quelle: Kreiszeitung vom 19. März 2014)

30. November 2013: Die Radweg-Pläne nach Neubruchhausen nehmen Gestalt an. Ingenieur Franz Pfeiffer präsentiert dem Bauausschuss der Stadt Bassum erste Pläne, „und die fanden bei den Ausschussmitgliedern einstimmigen Anklang.“ Die Vorabstimmung mit den Behörden sei fast abgeschlossen. „Wenn alles reibungslos“ klappe, sei mit der Bauausschreibung im Frühjahr 2014 zu rechnen. Bassums Bauamtsleiter Junge sah diese Zeitplan „nicht so optimistisch“ und sprach von einer Ausschreibung im Sommer. Bürger-Block-Vertreter Hermuth Straßburg und CDU-Vertreter Rolf Lahmeyer (Ortsvorsteher Neubruchhausen) fordern, „auf’s Tempo zu drücken.“ Rolf Lahmeyer: „Der Antrag für einen Radweg wurde schon von Ernst Poggenburg vor 15 Jahren eingebracht.“ (Quelle: Kreiszeitung vom 30.11.2013)

31. Juli 2013: Der 2,3 km lange Radweg an der L440 zwischen Nordwohlde und Pestinghausen, für den u.a. rund 1.000 Unterschriften gesammelt wurden, wird eingeweiht. Bassums Bürgermeister Wilfried Bäker: „Eltern und ihren Kindern ist es nicht zumutbar, mit dem Rad auf der Straße zu fahren. Deswegen ist der Radweg ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Verkehrsführung und bildet ein Stück Lebensqualität.“

17. Mai 2012: Nordwohlde hat für den Bau des Radweges nach Pestinghausen 700 Stimmen gesammelt, der Bundestagsabgeordnete Axel Knörig (CDU) verspricht seine Unterstützung. Der Landkreis Diepholz hat die Radwege an der L340 (Nr. 1) sowie den Radweg L332 (Nr. 2) nach Neubruchhausen auf seiner Prioritätenliste ganz nach oben gesetzt.

12. August 2010: Der Bau- und Planungsausschuss der Stadt stimmt einstimmig für die Realisierung der Radwege von Bassum nach Neubruchhausen (L332) und von Nordwohlde nach Pestinghausen (L340). Als „Sauerei“ wird das Verhalten des Landes kritisiert, aufgrund leerer Landeskassen nur 50 % der Baukosten zu übernehmen. Neubruchhausens Ortsvorsteher Rolf Lahmeyer (CDU) appelliert an die Ratskollegen, sich der Verantwortung nicht zu entziehen und 2011 den Bau des Radweges nach Neubruchhausen zu planen, 2012 dann zu vollziehen. Das Aktionsbündnis „Pro Radweg L332“, das sich gebildet hatte, legte über den Grünen Rainer Dambroth 124 Unterschriften für den Radweg vor. Die Kosten für den Radweg nach Neubruchhausen werden auf 600.000 Euro geschätzt, die Stadt müsste also 300.000 Euro tragen.

10. August 2010: Als Folge der Verwaltungsplanung setzen sich Ortsvorsteher Rolf Lahmeyer (CDU), Maik Dannemann und Carsten Fiebig (beide SPD) sowie Rainer Dambroth (Grüne) schon vor der Sitzung des Bauausschusses vehement für einen Radweg ein. Sie sammeln Unterschriften und appellieren an die Ratskollegen, die Entscheidung wohl zu überlegen. Rolf Lahmeyer: „Wir reden hier nicht darüber, ob der Bau verschoben wird, sondern darüber, ob die Verbindung überhaupt gebaut wird. Und das kann ich nicht akzeptieren.“ Das Land Niedersachsen hat die Dringlichkeit erkannt und den Radweg auf Platz 2 der landesweiten Prioritätenliste gesetzt, hinter dem Radweg an der L340 von Nordwohlde nach Pestinghausen (Quelle: Artikel Kreiszeitung)

4. August 2010: Im Bassumer Bau- und Planungsausschuss soll eine Vorlage diskutiert werden, in der der Bau des Radweges nach Neubruchhausen „vorerst nicht realisiert“ wird. Der Planungsauftrag soll gestoppt werden. Begründung durch Bürgermeister Bäker: Es gibt die Alternativroute über Hallstedt/Albringhausen. Der Radweg würde 610.000 Euro kosten, das sei aufgrund der desolaten Haushaltslage nicht möglich. Die Neubruchhauser Ratsherren Rainer Dambroth (Grüne) und Maik Dannemann (SPD) protestieren. (Quelle: Artikel Kreiszeitung)

März 2010: Noch ganz am Anfang stehen die Planungen für den Radweg an der L332 zwischen Osterbinde und Neubruchhausen. Laut Bassums Bauamtsleiter Michael Junge gibt es eine Vereinbarung mit dem Land, die Kosten gemeinsam zu tragen. „Wir gehen davon aus, dass das Land die Zusage gibt, sobald die Planung steht.“ (Quelle: Artikel Kreiszeitung)

21. Oktober 1993: Die Stadt Bassum antwortet der Einreicherin einer Unterschriftenliste, mit der Menschen aus Neubruchhausen den Radweg entlang der L332 gefordert hatten. Man sei damit an das Straßenbauamt in Nienburg herangetreten, das jedoch – unter Verweis auf einen niedersächsischen Radwegebedarfsplan – für diese Straße „keine Priorität“ festgestellt habe. Es wird jedoch ein Modellvorhaben erwähnt, nachdem ggf. ein gemeinsamer Radwegebau mit einer 50:50-Kostenteilung zwischen Land und Kommune möglich sei. Nähere Aussagen könne man leider nicht machen.

1993: In einem Offenen Brief fordern Menschen aus Neubruchhausen erstmals die Stadt Bassum nachdrücklich auf, einen Radweg an der L332 zu bauen. Sie fragen darin: „In welcher Schublade ist der vor Jahren gestellte Antrag für einen Radweg von Neubruchhausen nach Bassum gelandet?“ Diese Formulierung lässt den Schluss zu, dass die Forderung nach einem entsprechenden Radweg bereits weit vor 1993 geäußert wurde.

(Diese Chronik wird nach weiterer Recherche und zusätzlichen Gesprächen mit Zeitzeugen laufend ergänzt)