Der „Wald des Jahres 2022“ steht …. hier!

Wenn Oberförster Friedrich Erdmann noch unter uns wäre, unser Dorf müsste ihn hochleben lassen: Der vor 130 Jahren von ihm realisierte Mischwald ist heute so robust und gleichzeitig schön, dass er jetzt als „Wald des Jahres 2022“ ausgezeichnet wurde. Und mittendrin statt nur dabei: Neubruchhausen!

Gesunde und widerstandsfähige Wälder findet man rund um Neubruchhausen – Friedrich Erdmann sei Dank.

Denn unser Dorf war der Ausgangspunkt für den wagenmutigen und beharrlichen Forstmeister, der ab 1892 bis zu seinem Tod 1943 in Neubruchhausen in der Alten Oberförsterei lebte. Sein Konzept des Mischwaldforstes war damals umstritten, doch Erdmann setze sich gegen alle Widerstände durch.

Zu Beginn seiner Amtszeit waren die Wälder rund um Neubruchhausen in einem sehr schlechten Zustand. Monokulturen und schlechte Böden hatten zu kleinem Wuchs von Kiefern und Eichen geführt. Erdmanns Waldkonzept – Bodenschutz, standortgemäße Baumartenwahl und Mischwaldmehrung – führten schnell zu guten Ergebnissen und machten ihn damals nach und nach in ganz Deutschland bekannt.

Ein Vorbild für „artgerechte Waldhaltung“

Heute kennt ihn in Fachkreisen sogar ganz Europa – denn „seine“ Wälder haben sich gerade im Klimawandel als sehr robust erwiesen. Beweis gefällig? Einfach an der Alten Oberförsterei starten und in Erdmanns Wäldern nahe Neubruchhausen spazieren gehen! Man kommt durch gesunde, gut gewachsene Baumbestände, die sich ideal in ihrem Bestand ergänzen und gegenseitig fördern – sozusagen „artgerechte Waldhaltung“.

Alter Mann auf Foto
Friedrich August Christian Erdmann ist der wohl bekannteste Neubruchhausener. Zu Recht – seine Arbeit als Förster war wegweisend.

Nicht nur nahe unseres Dorfes stehen die Erdmannwälder. Insgesamt sind es zwölf Waldgebiete, die der Oberförster in seiner Wirkungszeit anlegen ließ. Sie umfassen insgesamt rund 2.000 Hektar und liegen zwischen Bassum und Sulingen. Zuständig für sie ist heute das Forstamt Nienburg der Niedersächsischen Landesforsten. Zusammengenommen wurden diese zwölf Wälder als „Waldgebiet des Jahres 2022“ ausgezeichnet, das durch seine vielfältigen Baumarten und Strukturen überzeugt. Heute gilt diese Art Wald als ein Vorbild für stabile und vielfältig nutzbare Wälder.

Lange glücklich hier gelebt

Dreh- und Angelpunkt ist dabei aber zweifelsfrei Neubruchhausen. „Hier hat Friedrich August Christian Erdmann sehr lange Zeit glücklich gelebt und mit viel Weitsicht gearbeitet“, freut sich Hans-Hermann Schrader, Vorsitzender des Heimatvereins Neubruchhausen, über die Auszeichnung. „Die Alte Oberförsterei, sein ehemaliger Arbeits- und Wohnort, ist der ideale Ausgangspunkt für alle Menschen, die sich näher mit Erdmann und seinem Wirken befassen wollen. Nicht ganz zufällig wurden 2021 ja der Erdmann-Radweg mit Start und Ziel in Neubruchhausen sowie weitere Wanderwege durch ’seine‘ nahe liegenden Wälder eingeweiht.“

Schrader ist sicher, dass die Auszeichnung das Dorf touristisch weiter aufwertet: „Alle, die sich ernsthaft mit Wäldern beschäftigen, kommen an Neubruchhausen doch gar nicht mehr vorbei“, meint er leicht schmunzelnd. An der Oberförsterei gebe es Info-Tafeln zu Erdmann und seinem Wirken, und auf den ausgeschilderten Wegen finden sich weitere Hinweise zu den Hintergründen und Ideen des Forstmeisters.

„Neubruchhausen ist das Erdmann-Dorf!“

Der Heimatvereins-Chef ist zuversichtlich, dass sich – auch durch die aktuelle Auszeichnung – die positive „Erdmann-Geschichte“ für Neubruchhausen nutzen lässt: „Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können. Wie, darüber müssen wir uns noch Gedanken machen. Fest steht jedenfalls: Neubruchhausen ist das Erdmann-Dorf!“ Dem Oberförster wäre es sicherlich recht gewesen: „Erdmann hat das alles ja nicht für sich alleine gemacht – sondern für uns, für die Allgemeinheit, für die nachfolgenden Generationen. Danke dafür!“

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